6.9.2019

Unsere Mannschaft ist jetzt schon 2 1/2 Wochen alt und es geht mit großen Schritten voran.

Inzwischen hat sich Ayla auch mit ihrer Mammutaufgabe abgefunden und pflegt die Mannschaft - mestens jedenfalls - mit Hingabe. In der Regel springt sie beim klainsten Alarmsignal auf und stürmt in die Kiste, um nach dem Rechten zu sehen. Ausnahme: sie befindet sich gerade in ihrem meditativen Schönheitsschlaf, was ab und zu vorkommt (ach, wie gerne würde ich das auch für mich in Anspruch nehmen...). Dann könnte der Himmel über ihr einstürzen und das Putzen muss eben auf später verschoben werden.

Sie schließt sich auch immer öfter dem restlichen Rudel wieder an und verläßt das Welpenzimmer, z.B. um mit den anderen zusammen zu essen und sich so wenigstens einen Teil ihres alten Lebens wieder zurück zu holen. Ihre Milchleistung hat zugenommen, reicht aber bei weitem nicht aus um all die kleinen Blutsauger satt zu bekommen. Deshalb bleibt die Versorgung mit Nahrung weiterhin unsere Aufgabe. Das hat sie inzwischen auch sehr gut erkannt; wenn die Kleinen gefüttert werden, liegt sie sich gerne entspannt daneben und schaut zu...

Die Fütterungsintervalle werden so langsam auch größer, so dass in der Nacht auch mal eine Schlafpause von drei Stunden möglich ist - welch ein Luxus!!!

 

Alle Babies entwickeln sich planmäßig. und haben mittlerweile sämtlich ihre Augen geöffnet. Im Anfang sieht es etwas befremdlich aus, weil das Auge milchig-blau erscheint, fast als wäre es blind. Es ist allerdings eine ganz normale Erscheinung, da die Pigemtierung sich - ebenso wie das Sehvermögen - erst langsam entwickelt. Nach einigen Tagen dann sind Pupille und Iris zu unterscheiden und die endgültigen Farben bilden sich heraus. Erst dann beginnen die Welpen so langsam, ihre Umwelt schärfer und differenzierter sehen zu können.

Alle haben es inzwischen auch auf ihre vier -  teils ordentlich stämmigen, teils schlanken - Beinchen geschafft und laufen durch die Wurfkiste. Der eine oder andere entwickelt dabei schon eine beachtliche Geschwindigkeit. Das fällt uns besonders "unangenehm" auf, wann immer wir wieder einen erneuten Versuch starten, die Herrschaften zu einem Einzel-Fotoshooting zu bewegen. Viel zu schnell entkommen sie uns in alle Himmelsrichtungen, das Bestreben, allein und ohne weitere helfende Hände Fotos von ihnen außerhalb der Wurfkiste Fotos machen zu können, ist bereits jetzt zum Scheitern verurteilt.

In der dritten Woche stand die erste Wurmkur an. Leider haben sie sie nicht sehr gut vertragen und mit Durchfall reagiert. Ihr Verdauungssystem als Flaschenkinder ist doch weniger belastbar als bei ausschließlich gesäugten Welpen. Aber inzwischen geht es zum Glück wieder etwas besser.

Außerdem müssen sie bereits jetzt regelmäßig zu Mani- und Pediküre. Ihre kleinen Krallen sind extrem spitz und bilden an der Spitze kleine Haken aus, mit denen sie sich und die Mutter erheblich kratzen können. Darüber hinaus besteht die Gefahr des Hängenbleibens an der Unterlage. Am besten erledigt sich diese Aufgabe direkt nach dem Füttern. Dann nämlich schlafen sie regelmäßig auf dem Schoß ein und man kann die winzig kleinen Pfoten bearbeiten ohne befürchten zu müssen, dass man sie verletzt.

Inzwischen läßt sich auch feststellen, dass ihr Gehör seine Arbeit aufnimmt.

Zunächst ist zu beobachten, dass die kleinen Häute, die die Ohrmuschel anfangs nach außen hin abschließen, verschwinden und das innere Ohr deutlicher sichtbar erscheint.

Sie beginnen auch auf Geräusche zu reagieren. Besonders eindrucksam ist es beim Schlafen, wenn der Rest der erwachsenen Hunde seinen Bewacherdienst versieht und gemeinsam laut kläffend nach draußen in den Garten stürmt - oder aber hilfsweise bei geschlossener Tüt im Haus randaliert. Derart rüde gestört werden sie dann kurzzeitig aus dem Schlaf gerissen, reißen alle einmal eben die Augen auf und schlafen aber glücklicherweise sofort wieder ein.... letzteres wird wahrscheinlich auch nicht mehr lange so bleiben.

Sobald Sehen und Hören stabil funktionieren und alle sicher auf ihren Füßen unterwegs sind werden sie in der Wurfkiste nicht mehr zu halten sein. Wir werden dann zunächst - wahrscheinlich nur für einige wenige Tage - die Wurfkiste um einen kleinen Auslauf erweitern. Erfahrungsgemäß brechen sie aber auch daraus bald aus und dann wird es Zeit, das Welpen-Spielzimmer aufzubauen. Aber noch herrscht die Ruhe vor dem Sturm...

 

Da es uns derzeit immer noch an netten Einzelportraits - siehe oben - mangelt, hier mal einige Impressionen "nach dem Füttern".

13.9.2019

Kinder, wie die Zeit vergeht...

Schon wieder ist eine Woche ins Land gegangen und unsere Mannschaft steht in der Mitte ihrer vierten Lebenswoche.

Unter Züchtern sind die ersten drei Wochen immer als eine instabile Zeit gefürchtet, in der die kleinen Welpen noch sehr anfällig und infektionsgefährdet sind.

Als besonders verheerend kann sich in dieser Zeit auswirken, wenn die Neugeborenen mit dem Herpesvirus in Kontakt geraten und über eine nicht geimpfte  Mutterhündin nicht mit Antikörpern versorgt worden sind. Viele erwachsene Hunde können Träger dieses Virus sein, ohne eine körperliche Beeinträchtigung aufzuweisen - wie bei Menschen letztlich auch. Bei neugeborenen Welpen führt eine Infektion aber in den meisten Fällen zum Verlust des ganzen Wurfes, ein Horror, den kein Züchter erleben möchte.

Deshalb gilt ein strenges Besuchsverbot für "hausfremde" Personen und der Kontakt mit den Mitgliedern des eigenen Rudels ist noch auf das Zuschauen aus der Entfernung hinter dem Türgitter beschränkt.

Bei der Mutterhündin werden nach jedem Gang ins Freie das Gesäuge und die Pfoten mit Essigwasser abgewaschen und somit sanft desinfiziert. Ausserdem wird ein Kontakt zu anderen Hunden streng vermieden.

Nach den ersten drei Wochen sind die Kleinen schon etwas stabiler und, wie auch an ihrer Entwicklung zu sehen ist, bereit, die schützende "Wurfhöhle" bei ersten vorsichtigen Erkundungsgängen zu verlassen.

 

Auch unsere Welpen haben zu ihren Fähigkeiten im Sehen / Hören / Laufen  in den vergangenen Tagen den Grundstein gelegt. Auf dem Programm steht nunmehr, diese Fähigleiten ständig zu trainieren und auszubauen.

Ihre Augen sind deutlich besser fokussiert und wir bilden uns zumindest ein, dass sie uns inzwischen auch schon optisch und nicht nur am Geruch erkennen und uns bewusst anschauen können. Ein Umstand, der uns direkt und unvermittelt beim Blick in die kleinen Gesichter zum Strahlen bringt.

Dass das Gehör seine Tätigleit aufgenommen hat, kan man im täglichen Betrieb gut verfolgen. Die Kommunikation untereinander, die bislang eher von instinktiven Reaktionen gekennzeichnet war, wird zielgerichteter. Da wird schon einmal echt böse und bewußt das Geschwisterchen angeknurrt oder vereinzelt auch mal ein kleines Bellen versucht, wenn das erwachsene Rudel laut kläffend losstürmt um irgendwo für Ordnung zu sorgen. Für uns ist es im Moment einfach nur extrem lustig anzuhören, aber früh übt sich was einmal ein großer und pflichtbewusster Bully werden will..

Das Laufen ist sehr viel stabiler und weniger schwankend geworden.

Auch im Stehen sind die Babies schon deutlich besser ausbalanciert, inzwischen haben Hals-und Nackenmuskulatur im stetigen Kampf gegen die Schwerkraft obsiegt und es fällt der Kopf nicht mehr bei jedem zweiten Schritt zurück auf die Unterlage.

Sobald dies einmal der Fall ist, sind sie auch in der Lage, eigenständig Urin und Kot abzusetzen. In den ersten Wochen muss die Mutter durch das Belecken des Bauches das Verfahren ankurbeln. Getreu dem Grundsatz "nach dem schlafen, essen und spielen" sieht man sie dann jeweils auf der Suche nach einem geeigneten Plätzchen durch die Wurfkiste und den Vorplatz tapsen, was schon einmal einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Schließlich will das gut überlegt sein, wo man am besten sein Geschäft verrichten sollte... Sie haben jetzt eine kleine Welpentoilette zur Verfügung, die von Einigen auch schon gerne genutzt wird und diese ziehen sich dorthin zurück. Andere sind da nicht ganz so festgelegt und setzen sich nach reiflicher Überlegung einfach mitten in die Wurfkiste, denn schließlich ist ja irgendwie erst einmal die ganze Welt ein Welpenklo...

 

Der Aktionsradius unserer Mannschaft erweitert sich.

Zuerst waren sie in der Wurfkiste nicht mehr zu halten und haben sich ihren Weg in den - immer noch relativ eng umgrenzten - Vorplatz gebahnt. Zum schlafen und spielen wird beides auch gerne noch genutzt, aber die ersten Tendenzen zeichnen sich ab, auch aus dieser überschaubaren Welt auszubrechen und die weitere Umgebung zu erforschen. Anfangs geschieht es noch eher versehentlich, dass einmal ein Baby den Zaun aufschiebt und durch die Lücke ins Zimmer entkommt, wo dann laut quietschend um Hilfe gerufen wird. Inzwischen haben sie große Freiheit gewittert und nutzen jede sich bietende Gelegenheit, um zu neuen Ufern auf- und gezielt durch den Zaun zu brechen. Die ruhigen Tage in der Wurfkiste, ausgefüllt nur mit trinken, schlafen und gelegentlichem spielen neigen sich ganz offensichtlich dem Ende zu und bald wird es turbulenter zugehen.

 

Die Verpflegungslage hat sich nach der Auffassung der Mannschaft inzwischen auch deutlich verbessert, da wir seit einigen Tagen mit der Zufütterung von Welpenfutter begonnen haben. Für den Anfang ist das ein spezielles, sehr weiches breiiges Futter ohne grobe Bestandteile. Die erste Degustation erfolgt dann einzeln auf dem Schoß sitzend vom Finger und alle haben sich begeistert darauf gestürzt und nach kurzer Zeit erkennen sie direkt am Geruch, wenn das Futter ins Zimmer gekommen ist.

Das Verfahren der Einzelfütterung dauert naturgemäß etwas länger, aber alle wachen in der Regel gemeinschaftlich und hungrig und hungrig zusammen auf und beginnen dann zu randalieren weil sie das Futter wittern. Deshalb werden sie inzwischen auch schon mal in kleinen Gruppen auf dem Fußboden gefüttert, wobei wir versuchen, jedem einen eigenen kleinen Teller zuzuordnen. Die dabei entstehende Schweinerei läßt sich kaum in Worte fassen und innerhalb kürzester Zeit sind Nasen, Gesichter und Pfoten, die Unterlage und der umgebende Fußboden sowie Arme, Hosen und Shirts ( weil die derart bekleckerten Welpen natürlich sodann auf uns herum krabbeln ) komplett mit intensiv duftendem Welpenfutter beschmiert - eine Wonne!

 

 

Der Ausbruch aus Alcatraz wird vorbereitet...

 

Die Ersten brechen durch...

 

 

Und dann gibt es kein Halten mehr und die Mauern müssen fallen...

Der neue Vorplatz wird erkundet und ein großer Freund zum Kuscheln ist direkt mit eingezogen - und Großmutter Kimba ist inzwischen auch mit von der Partie

Die Raubtierfütterung